Need for Speed Payback - Review



  • Nach etwa zwei Jahren schreibe ich mal wieder ein Review zu einem Spiel, welches ich heute platiniert habe. Wer mit offenen Augen durch die Straßen läuft, fährt oder radelt sieht hin und wieder hübsche Wagen, unauffällige Autos oder auch richtige Schrottautos. Genauso verhält es sich auch mit Videospielen. Geht man in den Markt seines Vertrauens sieht man Triple-A-Title, unauffällige Insider und auch richtige Schrottspiele. Need for Speed Payback beinhaltet nicht nur Schrottwagen, sondern ist auch ein Schrottspiel.

    Doch warum diese böse Kritik? Vor meinem digitalen Kauf habe ich mich ein wenig zum Spiel belesen. Es gab einige positive und auch einige negative Kritiken. Die meisten Kritiken, die man liest handeln davon, dass sich die Gamer immer noch ein neues Underground wünschen. Also ok, das Spiel war stark reduziert und ich kaufte das Spiel mit dem Gewissen, EA keine 70 Euro in den Arsch geschoben zu haben und mit der Ambition auch das aktuelle NFS zu platinieren (so wie bereits die beiden Vorgänger Rivals und NFS).

    Was mir direkt ins Auge gesprungen ist, war die schlechte Grafik. Meiner Meinung nach, sollte in einem Triple-A-Spiel auf der heutigen Konsolengeneration keine Rasterung mehr erkannt werden. Vor Allem im Wald fällt es sehr häufig auf, dass der Bildschirm wie von einem Netz überzogen ist, und dort sozusagen eine Rasterung bzw. Aufteilung stattfindet. Hier habe ich selbst Need for Speed Rivals besser in Erinnerung und dieses Game war 2013 mit PS4-Release bereits erschienen.

    Gut ok wird sich der ein oder andere Gamer denken. Immerhin ist Grafik nicht alles. Auch wenn ich einer dieser oberflächlichen Spieler bin, die Wert auf eine hübsche Grafik legen. Doch leider kann die sehr flache Story auch nur mit Langeweile glänzen. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, habe ich bis zum Story-Abschluss etwa 20h benötigt. An und für sich ist es für eine Spiel ja kein schlechter Indikator. Welches Spiel bietet denn heutzutage noch 20h Story? Doch wie schon geschrieben ist die Story sehr flach. Erst im letzten Kapitel, hatte ich den Eindruck dass man ein wenig tiefe gewinnt und von der Story mitgenommen wird. Bis dahin muss man immer wieder Gegner besiegen. Hat man die besiegt, steigt man im Ansehen und bekommt einfach die nächsten Gegner vorgesetzt ohne dabei viel Inhalt zu transportieren. Einfach nur extrem langweilig. Inhaltlich werde ich hier nicht Spoilern. Dabei stellt sich mir die Frage, ob bei einem inhaltlich weniger gefüllten Spiel überhaupt gespoilert werden kann lol.

    Zum Gameplay… Endlich etwas positives. Typisches NFS-Arcade-Racing ist zu erwarten und ja, es macht wieder Laune. Doch gemessen an den Vorgängern nur für kurze Zeit. Ich kann mich an Zeiten erinnern, in denen ich Need for Speed Rivals gespielt habe. Bei diesen Gedanken kommen mir Bilder in den Kopf von Verfolgungsjagden, Straßensperren, Technik um Flüchtige zu stoppen, Technik um Verfolger abzuhängen, Mobiltelefonapps mit denen man Unterstützung von außerhalb bekommen kann… Und was ist in Payback? NICHTS! Ok, es ist gelogen. Es gibt Straßensperren und Verfolgungsjagden. Diese gibt es allerdings nur in der Story. Also hat man auch hier eine richtige Lame Duck auf den Videospielemarkt gelassen. An dieser Stelle gehe ich gern nochmal auf Rivals und die benannte App ein. Es war einfach zu genial, wenn man vor einer schweren Mission stand und man seinem Zockerkollegen bescheid geben konnte, der gerade in der Uni sitzt und einem mit seinem Smartphone via App unterstützen konnte. Aber hey… warum soll man auch an guten und bewährten Dingen festhalten? Danke EA ihr versteht euren Job nach dem Minimalprinzip - mit wenig Aufwand das maximale an Kohle aus den dummen Käufern pressen. Und wie das mit dem Pressen funktioniert habt ihr ja echt gut verstanden. Richtig mega, dass wir NFS-Fanboys endlich Battlepacks bekommen! Battlepacks? Ach nein, Speedcards schimpft sich der Schrott, mit dem wieder versucht wird, noch mehr Kohle mit Müll zu machen. Mit diesen Speedcards hat man die Möglichkeit random irgendwelchen Scheiß zu ziehen, mit dem man sein Auto tunen kann. Was heißt das im Umkehrschluss? Es ist nicht mehr möglich wie früher sein Auto gezielt zu tunen. Man ist darauf angewiesen Glück zu haben bei der Ziehung seiner Fifa-Fut-Karten ähhhh Speedcards. Das ganze passiert glücklicherweise mit einer Ingamewährung. Sollte man mal nicht so viel Glück haben und die Ingamewährung ist aufgebraucht ist EA so freundlich und hat gleich unter einem anderen Reiter im Menü die Möglichkeit eingefügt sich Ingame-Währung für echtes Geld im Playstation-Store zu kaufen.

    Weiter im Thema Gameplay. Um die Platintrophäe erreichen zu können, müssen diverse Veranstaltungen mit drei Sternen absolviert werden. Dabei kann man auch Tobsuchtsanfälle bekommen. Dies möchte ich am Beispiel dieser Drift-Events festmachen. Es gibt Bumps bei denen das Fahrzeug wieder auf die Strecke gesetzt wird(Reset). Dies kann unterschiedliche Gründe haben. Ein heftiger Bump, ein Unfall, bei dem man außerhalb der Spielwelt landet und und und… Auch wenn man denken sollte, dass das Spiel objektiv entscheidet wann ein Reset erfolgt und wann nicht, habe ich eher den Eindruck dass hier gezielt der Spieler zur Weißglut getrieben wird. Fängt man ein Drift-Event an und man benötigt hier und da ein paar Versuche um es mit drei Sternen abzuschließen fällt Folgendes auf. Einige leichte Bumps führen schon zu einem Reset und der Fortschritt geht verloren. Andere heftigere Bumps lösen keinen Reset aus und der Versuch ist trotzdem aufgrund der Härte des Bumps zum scheitern verurteilt. Noch ein anderes Beispiel. Es gibt diese freien Verfolgungen mit den Racern die überall auf der Map verteilt sind. Löst man hier ein Rennen aus, kommt es hin und wieder vor, dass man beispielsweise vor einem Baum spawnt und der gegnerische Street-Racer ist bereits über alle Berge. Wir leben im Jahr 2018, geht das nicht besser? Warum bringt man solche Spiele auf den Markt? Mein Unverständnis hat mit diesem Spiel ein neues Level erreicht. Wenigstens etwas das gelevelt wurde^^

    Zu guter Letzt möchte ich noch auf die Platin-Trophäe eingehen. An und für sich sind keine schweren Sachen dabei, bis auf einige Drei-Sterne-Events. Hier möchte ich gern noch einige Tipps geben. Generell sollten die Events erst absolviert werden, wenn ihr schon mit der Story durch seid. Am Ende der Story habt ihr bessere Autos und es fällt um einiges leichter die Drei-Sterne-Wertung zu erreichen.

    Die Speed-Runs lassen sich mit dem Koenigsegg Agera ganz gut meistern, wenn man ihn als Racer ausgebaut hat. Hier gibt es jedoch eine Ausnahme. Mich hat die Veranstaltung „Superfahrt“ zur Weißglut gebracht. Nach einiger Zeit ist mir bei der Kurvenführung eingefallen, dass ich es mal mit einem Dritter probieren sollten. Gesagt getan und mit einem meiner Lamborghini habe ich auf anhieb einen 220kmh-Schnitt gehabt. Mit etwas Feintuning konnte ich den Wert auf 228 steigern. Allerdings werden 234kmh benötigt im Mittelwert. Also habe ich nach einer neuen Karre geschaut und bin fündig geworden. Die nächste Driftkarre sollte also der McLaren P1 sein. Auch hier direkt das Tuning eher weg vom Hardcore-Drift in Richtung soft. Sprich Driftwinkel Minimum, Gewichtsverteilung auf die Hinterachse und die Handbremse blieb zwischen Mitte und Stark justiert. Und WTF was soll ich sagen? Jungs und Mädels nach Stunden langen probieren habe ich es mit der Einstellung und diesem DRIFT-Fahrzeug nach sage und schreibe vier Versuchen geschafft. Meine Bestleistung wird mit jetzt mit 236,08 kmh angezeigt.

    Die Driftveranstaltungen haben mich einiges an nerven gekosten. Sämtliche Tipps auf den Spielseiten haben mir irgendwie nicht geholfen. Als ich dann den Lamborghini Huracan eingestellt habe, lief es dann mit einmal wie am Schnürchen. Die Einstellung nehmt ihr vor, wenn ihr das Steuerkreuz nach unten drückt. Generell am besten Empfand ich es, wenn ich mit allen Werten auf Maximalwert gefahren bin. Allerdings gab es hier auch hin und wieder Strecken, die eine andere Einstellung erforderten. Bei einigen etwas schwierigeren Strecken hat es sich für mich ganz gut gestaltet, wenn ich in der Nacht bei weniger Verkehr gefahren bin.

    Bei den Sprüngen war meiner Erinnerung nach, auch nur ein richtig schwerer dabei. Dieser nennt sich Schleudersitz. Nach mehrfachen Herumprobieren habe ich mir letztelendes eines der Wracks als Drag-Auto aufgebaut. Speedcards habe ich verwendet, wenn sie die Nitrowerte und die Sprungdauer positiv beeinflusst haben. Beim Vorgehen bin ich auf der Straße gefahren und bei der letzten Öffnung in etwa im 45-Grad-Winkel auf die Schanze geballert. Hier gehört einiges an Glück dazu, da man dazu auf der Gegenfahrbahn fährt und darauf angewiesen ist, dass an der Leitplankenöffnung kein Fahrzeug im Wege ist. Hier habe ich den Wert auch gut getoppt und bin 171,67m weit geflogen.

    Die Speedtraps, die zum Ende hin noch offen waren habe ich alle mit dem Koenigsegg ohne Probleme gemeistert.

    Zu den Sammelobjekten. Die Plakatwände sind einfach zu finden. Nur für die Pokerchips habe ich eine Karte aus dem Netz zur Hilfe genommen

    Einen kleinen Bonuspunkt soll das Spiel noch bekommen. Es beinhaltet ein tolles Lied. Durch das Spiel bin ich auf Black Wave von K. Flay aufmerksam geworden.

    Als Fazit möchte ich sagen, kauft euch das Spiel, wenn es für 10 bis 20 Euro im Angebot ist und orientiert euch nicht an NFS-Vorgängern. Besser ist es leider nicht geworden. Beim Vollpreis rate ich dringend von einem Kauf ab! Ein Stück weit schäme ich mich, dass ich ein Spiel, was mir so wenig Freude bereitet hat platiniert habe. Der Gedanke daran, jedes auf der PS4 erschienene NFS zu platinieren war dann aber doch Ansporn genug um es zu vollenden.

    Zur Platinbewertung:
    Schwierigkeit: 6/10 wegen einigen Drifts, Speed-Runs und dem einen Sprung.
    Spieldauer: Mein Timer ist bei 50 Spielstunden für die Platin und die Story hatte etwa 20h gedauert, auch wenn der Inhalt auf 1h reduzierbar ist.


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